Biodynamik

Tätigkeit

Biodynamische Massagen entspannen Körper und Seele und unterstützen die körperliche und psychische Regeneration. Sie können bei Anspannung, Energielosigkeit, verschiedenen Körpersymptomen und auch bei chronischen Schmerzen angewendet werden. Je nach Körperzustand ist die Berührung langsam, subtil, oder dynamisch und kräftig.
Die Biodynamische Berührung nimmt Kontakt mit der Zellenergie von Knochen, Muskeln, Haut und Gewebe auf. Mit dieser Massage wird es möglich, den durch Stress und Anspannung reduzierten Zellstoffwechsel wieder ins natürliche Gleichgewicht zu bringen. Die Bauchtöne, die in der Biodynamik eine wichtige Rolle spielen (Psychoperistaltik), dienen dabei als Wegweiser für die Biodynamische Arbeit.

In der Biodynamischen Körperpsychotherapie gilt die Aufmerksamkeit psychischen Themen. Körper und Psyche wirken zusammen. Emotionen und Gefühle können wahrgenommen, ganz empfunden, mit dem Körper ausgedrückt werden. Die Biodynamischen Massagen helfen, einschränkende Körperhaltungen und Muskelverspannungen zu lösen, psychische Erfahrungen zu unterstützen und frei gewordene Energie zu integrieren. Dieser ganzheitliche Prozess beinhaltet auch Gespräche, freies Assoziieren, Aufstellungen, Träume, Verhaltensübungen und Methoden aus der Gestalttherapie.

  • Einzelbehandlung
  • Prävention

Schwerpunkte

Schmerzen, chronische Schmerzen
Psychosomatische Beschwerden
Depressionen, Burnout
Angst
tiefe Entspannung
Energiefluss, Lebensfreude
Körperwahrnehmung, Selbstempfindung
Erdung

Artikel zur Bedeutung der Bauchgeräusche in der Biodynamik

Die Bedeutung der Psychoperistaltik in der Biodynamischen Therapie

von Robert R. Merz, Anna Kellenberger, Barbara Tobler (BBS Berufsverband Biodynamik Schweiz)

Gerda Boyesen (geb. 1922), eine norwegische Psychologin und Physiotherapeutin war die Begründerin der Biodynamik. Sie war beeinflusst von der Vegetotherapiearbeit nach Willhelm Reich und einer speziellen Physiotherapie nach Bülow-Hansen, die es nur in Norwegen gab.

Das Konzept der Psycho-Peristaltik beschreibt die zentrale Entdeckung von Gerda Boyesen und ist ihr wesentlichster Beitrag zur Körperarbeit, Medizin und Psychosomatik.
Die Biodynamik gehört zu den ältesten, von der Europäischen Gesellschaft für Körpertherapie (EABP) wissenschaftlich anerkannten Methoden und hat wesentliche Grundbausteine für die körperorientierten Ansätze in der Psychotherapie gelegt.

Nachdem die 90er Jahre der Erforschung des Gehirns gewidmet waren, wendet sich die Wissenschaft in letzter Zeit vermehrt dem enterischen Nervensystem, dem sogenannten Bauchgehirn, zu. Schon in den 20er Jahren wusste man davon, mass aber der Erforschung des Gehirns grössere Bedeutung zu. Der amerikanische Neurobiologe Michael Gershon entdeckte, dass das baucheigene Nervensystem ebenso faszinierend und bedeutsam ist wie das Gehirn. Sein Buch «Der kluge Bauch» (Goldmann 2001 oder die Originalausgabe „The Second Brain“ HarperCollins 1998) beschreibt die Anfänge dieser Forschung und die «Entdeckung des zweiten Gehirns».
Er und weitere ForscherInnen (z.B. Professor Emeran Mayer, University of California, Los Angeles) stellten fest, dass psychische Prozesse und das Verdauungssystem stärker zusammenhängen, als man sich das bisher vorgestellt hatte. Der Darm ist eine Produktionsstätte für Serotonin, Dopamin, Opiate und andere psychisch wirksame Substanzen. Werden solche Nervenbotenstoffe im Bauch ausgeschüttet, meldet der Vagusnerv diese Vorgänge über das Rückenmark ins Gehirn. Dort werden diese «Daten» in angenehme oder schmerzvolle Empfindungen, Müdigkeit oder Vitalität, gute oder schlechte Laune übersetzt.

Die wissenschaftlich begründete Bestätigung, dass unsere Verdauungsorgane das zweitgrösste und auch weitgehend autonom funktionierende System von Nervenzellen in unserem Körper enthalten, hat der Biodynamik neuen Auftrieb gegeben.

Bereits in den siebziger Jahren hatte Gerda Boyesen die grosse Bedeutung der Darmperistaltik für den Fluss der Lebensenergie in ihrer körperlichen, emotionalen, geistigen und spirituellen Dimension entdeckt. Unter dem Einfluss der Forschungsergebnisse Wilhelm Reichs, Psychoanalytiker und Schüler Sigmund Freuds, der über die Arbeit am Körper selbst einen direkteren Zugang zum Unbewussten und zum unterdrückten Potential der Psyche fand und der Physiotherapieschule von Bülow-Hansen verfeinerte sie ihre Arbeit und entwickelte ein eigenes System des Zusammenhangs zwischen Körper und Psyche.
Gerda Boyesen fand heraus, dass die Darmbewegungen neben der Nahrungsverdauung auch für den Abbau von stressbedingten Spannungen sorgen. Sie bemerkte, dass es ihren behandelten PatientInnen besser ging, wenn sie während den Körperbehandlungen wässrige Darmgeräusche wahrnahm. PatientInnen, bei denen sie diese Geräusche nicht hörte, hatten manchmal starke psychische Reaktionen nach der Therapie. Sie beschäftigte sich mit diesem Phänomen und stellte darüber eine fundierte Theorie auf.
In der Folge entwickelte sie spezielle Formen von Massagen, die zum Ziel hatten, Spannung in Körper und Psyche zu lösen und zugleich die Darmperistaltik anzuregen. So entdeckte sie eine Methode, um nervöse und emotionale Spannungen bzw. die ihnen entsprechenden biochemischen Substanzen verdauen und somit auflösen zu können.
Für den emotionalen Aspekt des peristaltischen Prozesses hat Gerda Boyesen den Begriff Psychoperistaltik geschaffen. Während die Hände Spannung und Ladung ertasten, werden die Töne des Bauches mit einem Stethoskop mitgehört. Dieses “Körperfeedback” ermöglicht eine sehr differenzierte Art der Berührung. Die Bauchgeräusche geben Aufschluss darüber, wie das Nervensystem reagiert und wie die Spannung auf organischer Ebene verdaut werden kann. Tonusveränderungen in den Muskeln, im Gewebe oder auch in der Knochenhaut werden dabei in Bezug auf das ganze vegetative System wahrgenommen.
Man könnte sogar sagen, dass die Darmgeräusche als “Sprache des Unbewussten” verstanden werden können und so ein ganzheitliches Erleben von Entspannung und Integration ermöglichen. Manchmal tauchen mit der Lösung einer körperlichen Spannung Erinnerungen an frühe Erlebnisse oder Emotionen auf. Mit Unterstützung und Begleitung durch die TherapeutIn können diese geklärt, verarbeitet und integriert werden.