Aromatherapie

Definition

Bei der Aromatherapie werden spezifische Pflanzenessenzen, sogenannte ätherische oder aromatische Öle, zu therapeutischen Zwecken eingesetzt.

Herkunft

In vielen antiken Kulturen wurden pflanzliche Duftstoffe zu den unterschiedlichsten Zwecken eingesetzt: Die alten Ägypter benutzten aromatische Öle unter anderem, um Tote zu mumifizieren und in alten Zeugnissen aus China wird die Aromatherapie als Behandlungsmassnahme der Traditionellen Chinesischen Medizin erwähnt. Räucherungen von Harzen und Kräutern wurden oft bei Ritualen vorgenommen und dienten als Opfergabe für die Götter. Auch kosmetische Anwendungen der Duftstoffe waren bereits im Altertum bekannt. Im Mittelalter war in Europa das „Riechfläschchen“ weit verbreitet. Die indische Ayurvedamedizin verwendet auch heute noch ätherische Öle bei Massagen.

Der französische Chemiker René Maurice Gattefossé (1881-1950) gilt als Begründer der modernen Aromatherapie. Bei der Arbeit im Parfümlabor verbrannte er sich die Hand und tauchte sie sofort in gerade vorhandenes Lavendelöl. Die Verbrennung heilte daraufhin ohne Narbenbildung. Dieses Erlebnis bewog ihn dazu, die potenziell heilenden Eigenschaften der ätherischen Pflanzenöle näher zu untersuchen. 1936 veröffentlichte er ein Buch zur „Aromatherapie“ und gab damit der Behandlung mit duftenden Pflanzenstoffen ihren heutigen Namen. Zurzeit kommen in der Aromatherapie etwa 200 verschiedene Pflanzenöle zum Einsatz.

Grundlagen

Aromaöle wirken auf verschiedene Arten: Über die Haut gelangen die Öle ins Blut und somit ins Gewebe und zu den einzelnen Organen, wo sie ihre Wirkungen entfalten sollen. Die Duftstoffe werden aber auch von Rezeptoren in der Nasenschleimhaut aufgenommen und gelangen über die Riechnerven in das Riechzentrum im Gehirn. Letzteres gehört zum sogenannten limbischen System, einem Teil des Gehirns, der unter anderem am Zustandekommen von Gefühlen beteiligt ist. So können Gerüche Erinnerungen und bestimmte Reaktionen in Körper und Psyche auslösen. Dieser Mechanismus ist auch aus dem Alltag bekannt: Der Geruch von Essen lässt das „Wasser im Mund zusammenlaufen“ und regt gleichzeitig die Produktion von Verdauungssekreten an.

Die Aromatherapie beruht auf der Vorstellung, dass durch Gerüche und Düfte tief im Gedächtnis verankerte Gefühle und Erinnerungen angesprochen und ins Bewusstsein gebracht werden. Darüber hinaus können Gerüche die Gefühlslage positiv beeinflussen. Sie tragen auf diese Weise dazu bei, die Selbstheilungskräfte des Menschen zu aktivieren. Das Einatmen oder Auftragen der Duftstoffe wirkt ausserdem desinfizierend sowie schleim- und krampflösend.