Ultraviolettbestrahlung - Blut

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Die Ultraviolettbestrahlung des Bluts (UVB) ist eine spezielle Form der Eigenbluttherapie. Bei diesem Verfahren wird dem Patienten aus einer Vene Blut entnommen, das dann ausserhalb des Körpers mit UV-Licht bestrahlt und wieder in den Körper zurückgeführt wird.

Die eigentlichen Begründer der Eigenbluttherapie waren die in Amerika lebenden schwedischen Ärzte Grafstrom und Elfstrom. Sie behandelten gegen Ende des 19. Jahrhunderts lungenkranke Patienten, indem sie ihnen ihr eigenes, mit Kochsalz verdünntes Blut injizierten. Ihre Erfolge begründeten sie damit, dass sich im Eigenblut Abwehrstoffe befinden.

1905 beobachtete der deutsche Chirurg August Bier (1861-1949), dass Knochenbrüche schneller verheilten, wenn sich an der Bruchstelle ein Hämatom (Bluterguss) bildete. Aufgrund dieser Beobachtung begann Bier, schlecht heilende Knochenbrüche zu „reizen“, indem er mit Eigenblutinjektionen eine Entzündung mit Rötung und Schwellung auslöste (Reiztherapie). Den folgenden Heilungsvorgang führte er darauf zurück, dass künstlich erzeugte Entzündungen einen Reiz darstellen, der die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers aktiviert.

In den 1920er-Jahren wurde die Eigenblutbehandlung zunehmend populär und es wurden verschiedene Möglichkeiten zur Optimierung dieser Therapie geprüft.

Die ultraviolette Bestrahlung des Blutes geht auf tschechischen Chirurgen Hans Havlicek (1891-1949) zurück, der die beobachtete antimikrobielle Wirkung von UV-Strahlung mit der Eigenbluttherapie kombinierte. Das Verfahren wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetunion und der DDR eingesetzt und verbreitete sich von dort aus weiter. In den 1970er-Jahren entstand daraus die reine Ultraviolettbestrahlung des Bluts nach Siegfried Wiesner (UVB-Therapie nach Wiesner), der eine spezielle Quarzglasküvette für die Bestrahlung des Bluts entwickelt hatte.

Jeder Reiz, der auf einen Teil des Körpers ausgeübt wird, hat über Regulationssysteme eine fortgeleitete Reaktion des ganzen Organismus zur Folge. Bei der Eigenbluttherapie wirkt das zuerst entnommene und anschliessend wieder injizierte Blut als Reiz. Das Blut wird vom Organismus als Fremdsubstanz eingestuft, was das Immunsystem aktiviert und zu einer vermehrten Produktion von Immunzellen führt. Auf diese Weise kommt es zu einer allgemeinen Steigerung der Krankheitsabwehr. Zunächst kann es unter der Eigenbluttherapie zu einer Verschlimmerung der Beschwerden (zum Beispiel erhöhte Körpertemperatur) kommen. Dies wird jedoch als Zeichen für die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers gewertet. Aus diesem Prozess heraus ist dann eine Heilung möglich.

Diese Wirkung der Eigenbluttherapie wird bei der UVB-Therapie durch Bestrahlung des Bluts mit UV-Licht verstärkt. Die UV-Bestrahlung löst im Blut verschiedene chemische Reaktionen aus, wodurch das Blut in einen „Wirkstoff“ umgewandelt wird. Durch die Injektion des aktivierten Bluts werden den Anwendern zufolge die Durchblutung verbessert, die Sauerstoffaufnahme ins Gewebe erleichtert und das Immunsystem und der Stoffwechsel stimuliert.

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