Thermographie

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Die Thermographie ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem die Wärmeverteilung auf der Hautoberfläche zu diagnostischen Zwecken sichtbar gemacht wird.

Im Lauf der Jahrhunderte versuchten Ärzte immer wieder, einen Zusammenhang zwischen Krankheiten und dem Temperaturverhalten des menschlichen Körpers herzustellen. Der griechische Arzt Hippokrates (460-377 v. Chr.) formulierte den Satz: „Sollte ein Teil des Körpers kälter oder heisser sein, so sitzt in diesem Teil die Krankheit.“ Mit der Erfindung des Thermometers 1593 durch Galileo Galilei (1564-1642) wurde es möglich, die Temperatur messbar zu machen. Doch erst durch die Einführung der Temperatureinheit Grad Celsius im Jahr 1742 durch den Schweden Anders Celsius (1701-1744) konnte die Körpertemperatur standardisiert zu diagnostischen Zwecken ausgewertet werden.

In den 1950er-Jahren entwickelte der Arzt Ernst Schwamm (1913-1978) zusammen mit dem späteren Physiker Jobst J. Reeh die Thermographie. Später bezogen sie die Wärmeregulation in die Methode mit ein, die daraufhin als Regulationsthermographie, Thermoregulationsdiagnostik oder Kontaktthermographie bezeichnet wurde: An über 100 genau festgelegten Punkten wurde mittels eines Kontaktfühlers die Hauttemperatur vor und nach einem Kältereiz gemessen. Der deutsche Arzt Arno Rost (1919-2005) verhalf ab 1980 der standardisierten Kontaktthermographie, nun auch Computer-Regulations-Thermographie (CRT) genannt, zum Durchbruch.

Durch die Fortschritte in der Infrarot-Technologie gewann die Infrarot-Bildgebung an Bedeutung, so dass heute das sogenannte „Infrarot Regulations Imaging“ (IRI) als moderne bildgebende Variante der Thermographie zum Einsatz kommt. IRI wird auch als Infrarotthermographie bezeichnet. Dabei wird die vom Körper abgegebene Wärmestrahlung mit einer Infrarotkamera aufgezeichnet und bildlich dargestellt.

Jede Form von Thermographie beruht grundsätzlich auf der natürlichen Temperaturregulation des menschlichen Körpers. Bei allen Stoffwechselvorgängen entsteht Wärme. Um dennoch eine gleich bleibende Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, gibt der Organismus die im Körperinnern erzeugte Wärme über die Haut vorwiegend in Form von Infrarotstrahlung nach aussen ab.

Bei einem gesunden Menschen, der einem Kältereiz ausgesetzt wird, ändert sich die Temperatur in den verschiedenen Hautarealen nach einem bestimmten Muster. Weicht dieses Muster von den Normalwerten ab, so wertet man dies als Hinweis auf eine gestörte Wärmeregulation: Warme Zonen weisen auf gut durchblutete, kalte Zonen auf schlecht durchblutete Areale hin. Aufschluss geben auch Unterschiede zwischen der rechten und der linken Körperhälfte, denn die Wärmewerte verlaufen bei einem gesunden Körper symmetrisch.

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